Gipfel im Kanzleramt Die Lebenslügen beim Essen KLAUS RIMPEL

Gipfel im Kanzleramt. Die Lebenslügen beim Essen .

KLAUS RIMPEL

Bei der Debatte um die Lebensmittelpreise gibt es viel Unehrlichkeit. Da sind zum einen die Verbraucher, die gerne bekunden, dass sie für mehr Tierwohl oder regionale Produkte bereit sind, mehr zu zahlen – und an der Ladentheke dann doch oft lieber zum billigsten Produkt greifen. Aber zur Wahrheit gehört auch, dass es tatsächlich viele Menschen gibt, die dankbar sind, dass es billige Lebensmittel gibt – einfach, weil ihre Rente oder ihr Einkommen so niedrig ist.

Unehrlich sind aber auch die Regierungspolitiker, die jetzt die niedrigen Lebensmittelpreise beklagen. Dabei war es doch die Große Koalition, die mitverantwortlich ist dafür, dass der Wettbewerb im Einzelhandel stark eingeschränkt ist: Obwohl das Kartellamt die Fusion von Edeka mit Kaiser‘s Tengelmann untersagte, setzte sich der damalige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel 2016 über die Bedenken angesichts zu großer Marktmacht hinweg und erlaubte den Zusammenschluss.

Der Lebensmittelgipfel im Kanzleramt könnte den Beginn von mehr Ehrlichkeit in dieser Debatte markieren: Die Politik muss die EU-Richtlinie über unlautere Handelspraktiken schnell umsetzen. Und sie muss dafür sorgen, dass Verbraucher klar sehen können, warum das eine Schnitzel teurer ist als das andere.

Klaus.Rimpel@ovb.net

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