Gipfel beschließt „Green New Deal“ Europas Klima- Mondmission

Gipfel beschließt „Green New Deal“. Europas Klima- Mondmission .

GEORG ANASTASIADIS

Die EU der (noch) 28 macht sich auf den Weg: Als erster Kontinent will Europa 2050 klimaneutral sein. 260 Milliarden Euro an privaten und öffentlichen Investitionen sollen bis dahin in den Klimaschutz fließen – jedes Jahr. So gigantisch ist der Kraftaufwand für den „Green New Deal“, dass ihn die neue EU-Chefin Ursula von der Leyen schon als Europas „Mondlandungsmoment“ bezeichnet.

Doch Vorsicht: So gewaltig wie die Klima-Herausforderung sind auch die Risiken, auf Abwege zu geraten. Europa darf sich, bei allem Ehrgeiz, keinem Klima-Totalitarismus hingeben. Es darf nicht sein, dass die Freiheit am Ende unter einem Berg guter Absichten verschüttet wird. Dafür gibt es, im Kleinen wie im Großen, leider warnende Anzeichen: Im Kleinen, wenn zum Beispiel in Gemeinden ernsthaft über einen „Klima-Pranger“ nachgedacht wird, bei dem grüne Hausnummern nur erhält, wer den Nachweis seines untadeligen ökologischen Fußabdrucks erbracht hat. Im Großen, wenn die Europäische Zentralbank laut darüber nachdenkt, bei ihrem Anleiheankaufprogramm nur noch klimafreundliche Unternehmen zu berücksichtigen. In Europa gibt es darüber hinaus sehr konkrete Planungen, die Banken zu „Klima-Sheriffs“ zu machen: Sie sollen Kredite für jene Unternehmen verteuern, die nicht so produzieren, wie Greta es gerne hätte.

Wer Europas Geldpolitik mit klimapolitischen Zielen überfrachtet, wer die Geschäftsbanken zu Moral-Aufpassern macht, bereitet den Weg in eine Öko-Diktatur, vor der wir uns sehr hüten sollten. Die Marktwirtschaft wäre nur ihr erstes Opfer. Am Ende geht es um unser aller Freiheit, unser Leben so zu gestalten, wie wir es für richtig halten. Europa muss Kurs halten, wenn aus der Mondmission nicht versehentlich eine Bruchlandung auf dem Mars werden soll.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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