Das Gift der Vertuschung

Corona und der Tourismus. CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER.

Es ist keine Schande, einen großen Corona-Ausbruch zu erkennen und zu bekämpfen. In Heinsberg nicht, in Mamming nicht, und auch nicht in den Touristenorten Europas. Die Schande beginnt erst dann, wenn versucht wird, die Fälle kleinzureden und zu vertuschen. Wenn, wie im unseligen Ischgl, das Saisonende aus wirtschaftlichen Gründen herausgezögert wird und infizierte Touristen zu Tausenden ungetestet in ihre Heimatländer geschickt werden. Dass zum Beispiel Tirols Landesminister noch in ihren Ämtern kleben, ja, das ist eine Schande.

Wenn nun groß über das kleine St. Wolfgang berichtet wird, sollten die in Oberösterreich Verantwortlichen solche Fehler nicht wiederholen. Flächendeckende Tests, auch für Gäste, nötigenfalls Quarantäne – das erscheint unpopulär. Am Anfang jeder Krise überwiegt ja gern die Hoffnung, es möge alles nicht so schlimm sein, und vielleicht merken es die Gäste nicht. Irrtum: Entschlossenheit und Transparenz sind das Gebot der Stunde.

Auf ein, zwei Jahre wird sich das Reiseverhalten verändern. Die Menschen wollen nach wie vor andere Länder sehen. Aber Schutz, Hygiene, Sicherheit werden für die große vernünftige Mehrheit zu zentralen Faktoren bei der Ziel-Auswahl. Die Tourismus-Regionen müssen auf Ausbrüche schnell und konsequent reagieren. Das ist – auch – wirtschaftlich eine Überlebensfrage.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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