Giffeys Wechsel-Pläne Ein Gewinn für die Stadt Berlin

Giffeys Wechsel-Pläne. Ein Gewinn für die Stadt Berlin .

CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

Wenn es gut läuft, funktioniert Politik so reibungslos wie ein schönes Puzzle. In Berlin scheint für die leidgeprüfte SPD endlich mal ein Teilchen zu passen. Die charismatische, zupackende, bodenständige Bundesministerin Franziska Giffey wäre ein großartiger Ersatz für den Blässling Michael Müller, der jeden Tag eindrucksvoll beweist, wie schlecht man eine Millionenstadt regieren kann. Giffey hätte das Zeug dazu, den Absturz der SPD hinter die Grünen aufzuhalten. Der 41-Jährigen sind Sozialromantik und Multi-Kulti-Naivität ferner als den meisten Parteifreunden. Je früher sie das Amt vor der Wahl 2021 übernimmt, desto besser für die Stadt und für die Partei, die in Berlin auf Platz vier abgerutscht ist.

So weit passt das Puzzle. In der Bundespolitik geht es aber nicht reibungslos weiter. Freilich beflügelt ein Giffey-Ausstieg die Fantasie für eine große Kabinettsumbildung. Bisher drängt ja nur die CSU auf frische Minister und einen neuen Zuschnitt, die CDU ziert sich, Merkel blockiert sogar. Dass jetzt die SPD wirbelnd ein Reform-Kabinett vorantreibt, bleibt ein frommer Wunsch. Den Genossen fehlt schlicht das Personal: Mehrere Aktivposten verließen den Bundestag freiwillig oder wurden abserviert – statt Gabriel, Nahles, Schwesig herrscht die Langeweile von Scholz, Maas und Heil. Auch das ist ein Puzzle, allerdings fehlen viele Teile für ein schönes Bild.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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