Meinung

Debatte um bewaffnete Drohnen für die Bundeswehr: Gesinnung statt Verantwortung

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  • vonAlexander Weber
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Der Bundestagswahlkampf 2021 wirft seine Schatten voraus – und das ist auch gut so. Es klärt manches. Beispiel: die aktuelle Debatte um die Anschaffung bewaffneter Drohnen für die Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz.

Es ist schon bemerkenswert, wie Politiker des linken Lagers in ihren Sonntagsreden immer von mehr Verantwortung Europas in der Sicherheitspolitik faseln, aber dann, wenn dieser Anspruch konkret umgesetzt werden soll, in tiefsten Gesinnungspazifismus versinken.

Besonders tragisch, dass in der traditionsreichen SPD die Verantwortungsethiker von der linken Partei- und Fraktionsführung immer stärker in den Hintergrund gerückt werden. Deren Haltung, Bundeswehrsoldaten zwar in Auslandseinsätze zu schicken, ihnen aber die notwendige Ausstattung zu versagen, ist beschämend.

Die Amerikaner ständig für ihren Umgang mit bewaffneten Drohnen zu kritisieren, aber gleichzeitig dafür zu sorgen, das unter Beschuss stehende deutsche Soldaten bei jenen US-Kollegen um Hilfe betteln müssen, statt sich selbst wehren zu können, ist nicht nur intellektuell unredlich. Sozialdemokratische Verteidigungsminister wie Helmut Schmidt oder Georg Leber drehen sich im Grabe um. Ein rot-grün-rotes Bündnis nach der Wahl ließe Schlimmes befürchten.

Alexander.Weber@ovb.net

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