Gereizte Stimmung an den Schulen

Lehrer gegen Eltern. DIRK WALTER.

Das Misstrauen wächst: Das Verhältnis zwischen Eltern und Lehrern ist in der Corona-Krise und der Zeit der Schulschließungen zunehmend Belastungen ausgesetzt. Man belauert sich gegenseitig, unterstellt sich im digitalen Unterricht und „Homeschooling“ mangelndes Engagement. Es herrscht gereizte Stimmung. Und es stimmt ja auch: Es gibt Eltern und Kinder, die den Unterricht zuhause auf ein Mindestmaß beschränken. Sie klinken sich nicht in Videokonferenzen ein und tauchen einfach ab. Es gibt auch Lehrer, die das mit der Digitalisierung nicht so genau nehmen. Ein paar Arbeitsblätter via E-Mails verschickt – das ist es dann. Die Regel sind, das muss betont werden, beide Verhaltensweisen nicht.

In der Krise sollte sich die organisierte Lehrerschaft jedoch fragen, ob es klug ist, bei anstehenden Sonderbelastungen (Notbetreuung von Kindern in den Ferien) reflexartig zu protestieren. Richtig ist, dass Lehrer – entgegen weitverbreiteter Meinung – wie andere Berufsgruppen auch nur 30 Tage Urlaubsanspruch im Jahr haben. In allen anderen Ferien sind sie offiziell im Dienst, nutzen das sonst für Korrekturarbeiten (die es jetzt nicht gibt). Es spricht nichts dagegen, sie auch in den Ferien heranzuziehen, sofern das gerecht geschieht. Grundsätzlich aber gilt: Beim Homeschooling offenbaren sich die Faulen und die Fleißigen – auf beiden Seiten. Das ist bei „Schule live“ im Klassenraum anders – da muss jeder mitmachen. Umso wichtiger ist es, dass der Präsenzunterricht schnell weiter ausgebaut wird.

Dirk.Walter@ovb.net

Kommentare