Gendersprache in Behörden Nicht zu pedantisch AGLAJA ADAM

Gendersprache in Behörden. Nicht zu pedantisch .

AGLAJA ADAM

Natürlich soll Sprache alle ansprechen und niemanden diskriminieren. Es ist gut, die eigenen Sprachgewohnheiten immer wieder zu hinterfragen. Doch eine gendergerechte Amtssprache, wie sie sich die Städte Hannover und Augsburg verordnen, schießt über das Ziel hinaus. Wenn die politisch korrekte Sprache und das Gendern zu einem Bürokratie-Projekt mutiert, gerät der eigentliche Sinn in den Hintergrund: ein toleranteres Miteinander.

Eine Sprachlenkung von oben beseitigt keine Vorurteile und sexistischen Denkmuster. Egal, ob die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ ausstirbt oder die „Lehrer und Lehrerinnen“ den „Lehrenden“ weichen werden: Viel wichtiger ist unsere Alltagssprache. In sozialen Netzwerken finden sich verbale Übergriffe auf Minderheiten zuhauf, Homophobie und Transphobie sind an der Tagesordnung. Leider wird eine Verwaltungssprache, die allen gerecht werden will, dieser Sprach-Verrohung kein Ende bereiten. Eine Weiterentwicklung mit Augenmaß kann den Zug in die richtige Richtung lenken. Nur zu pedantisch sollte das Ganze nicht werden – das macht das Leben unnötig kompliziert und unseren Umgang miteinander nicht zwangsläufig höflicher.

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