Gelöbnis in München Zurück in der Mitte der Gesellschaft

Gelöbnis in München. Zurück in der Mitte der Gesellschaft.

GEORG ANASTASIADIS

Zehn Jahre sind seit dem letzten öffentlichen Gelöbnis in München vergangen. Gut, dass die Soldatinnen und Soldaten jetzt endlich wieder da angekommen sind, wo sie hingehören: gut sichtbar in der Mitte der Gesellschaft – und nicht mehr versteckt in irgendwelchen Kasernenhöfen, weit weg von den Bürgern, deren Freiheit und Sicherheit sie, manchmal unter Einsatz ihres Lebens, verteidigen.

Dass die Soldaten – so wie gestern im Hofgarten – ihrerseits von der Polizei geschützt werden müssen, wenn sie geloben, der Bundesrepublik „treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“, ist beschämend. Schließlich ist die „Militarisierung des öffentlichen Raums“, die die Protestierenden um den Liedermacher Konstantin Wecker beklagen, heutzutage ganz anderswo zu besichtigen: etwa wenn Hochschulprofessoren oder Politiker von Antifa-Störtrupps gewaltsam daran gehindert werden, Vorlesungen oder Bücherstunden abzuhalten. Oder wenn eine besorgte Hotelkette, so wie jetzt in München, Klimaskeptikern die für eine Konferenz gebuchten Räume sperren zu müssen glaubt, weil Aktivisten der „Gruppe Antikapitalistisches Klimatreffen“ mit Flashmob-Aktionen und anderen Formen des „zivilen Ungehorsams“ drohen.

Von solchen Angriffen auf die Freiheit, ob sie nun von linken Meinungszensoren oder rechten Stiefelträgern kommen, gehen die wahren Gefahren für die liberale Gesellschaft aus. Vor unserer kreuzbraven Bundeswehr, die schon froh ist, wenn ihr Fluggerät nicht auseinanderfällt, muss dagegen keiner Angst haben.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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