Der Geist muss weiter wirken

Pfingsten 2020. CLAUDIA MÖLLERS.

Pfingsten kam der Heilige Geist auf die Jünger herab, heißt es in der Bibel. 50 Tage nach dem Tod Jesu am Kreuz und nach seiner Auferstehung gab dieser Geist ihnen Mut und Zuversicht. 2000 Jahre später, Pfingsten 2020, möchte man sich wünschen, dass wieder ein kraftspendender Geist mit Brausen über die Welt kommt. Dass er die Christen ermutigt, die großen Veränderungen in der Welt durch die Corona-Krise auch als Initialzündung für weitreichende Reformen in den Kirchen zu begreifen: überholte Hierarchien abbauen, die Frauen gleichberechtigt an Aufgaben und Ämtern beteiligen, Transparenz in Verwaltung und Finanzen. In Seelsorge und Glaubensvermittlung die Sprache der heutigen Menschen verwenden. Das alles könnte den Kirchen neuen Schwung und größere Freiheit verleihen.

Frischer Geist, Erneuerung – das kann man sich auch für die politischen Prozesse wünschen. Die Pandemie und ihre Folgen müssen nicht nur in und von den einzelnen Staaten überwunden werden – es braucht ein echtes europäisches Miteinander, um die Zukunftsaufgaben zu stemmen. Die erzwungene Atempause kann jeder zum Anlass nehmen, seinen eigenen Lebensweg auf den Prüfstand zu stellen. Soll das Leben so weitergehen wie bis zum Lockdown? Geht es in die richtige Richtung?

In der Coronakrise haben Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein eine regelrechte Renaissance erlebt. Hoffentlich ist genug Geist da, diese Tugenden weiter zu pflegen und zu leben, wenn die Kontaktbeschränkungen vorbei sind.

Claudia.Moellers@ovb.net

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