Meinung

Söders „Taskforce“ für Pflegeheime in Bayern: Frustrierte Corona-Helden

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  • Klaus Rimpel
    vonKlaus Rimpel
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Während die meisten von uns wenigstens an den Feiertagen Ablenkung von den Corona-Sorgen finden können, gibt es für den Großteil der Pfleger in den Altenheimen keine Weihnachts-Pause: Angesichts von Personalmangel und Ausfällen wegen der hohen Ansteckungsgefahr in ihrem Beruf ist in den Heimen auch „die staade Zeit“ eine stressige Zeit.

Doch statt den Pflegerinnen und Pflegern die dringend notwendige Entlastung in Aussicht zu stellen, setzte Ministerpräsident Markus Söder ein fatales Signal: In seiner hemdsärmeligen Macher-Art kündigte er eine „Pflege-Taskforce“ an. Hinter der griffigen Überschrift verbergen sich nicht wundersam herbeigezauberte Zusatz-Pflegekräfte, sondern (so der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch) „knallharte Sheriffs“.

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Sprich: Es geht um Kontrolleure, nicht um Helfer. Es ist nur zu verständlich, dass diese Form der „tatkräftigen Hilfe“ in den Heimen nur Verbitterung auslöst. Die Alten- und Pflegeheime flehen um Unterstützung – auch für die aktuellen Zusatz-Aufgaben wie Corona-Testungen und -Impfungen. Was sie jedoch bekommen, ist: mehr Überwachung durch den Staat.

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Söder hat mit seiner „Taskforce“ das Gespür für das Notwendige verloren. Statt klar zu kommunizieren, wie die Staatsregierung den Heimen in dieser schwierigen Zeit helfen kann, hat er die in Sonntagsreden so gern gerühmten „Helden an der Corona-Front“ gegen sich aufgebracht.

Klaus.Rimpel@ovb.net

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