Meinung

US-Hilfspaket für Corona: Frust über Washington

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Tausende von arbeitslosen US-Bürgern werden zu diesem Weihnachtsfest erstmals vor Ausgabestellen anstehen, um kostenlose Lebensmittel zu ergattern. Andere schlafen, weil sie die Miete nicht mehr zahlen konnten, in Autos. Zahlreiche Geschäfte mussten schließen – für immer.

Und nun haben die Volksvertreter auf dem Kapitol ein 900 Milliarden Dollar schweres Hilfspaket geschnürt, das gerade jenen unter die Arme greifen soll, die durch die Krise in existenzielle Not geraten. Monatelang wurde gerungen – am Ende kam eine Lösung zusammen, die den Verdruss über Washington noch erhöhen wird.

Die größten Schwächen des Pakets: Die Zuschüsse kommen zu spät und sind nicht zielgerichtet. Viel spricht dafür, dass die US-Demokraten eine Lösung bis nach den Wahlen hinauszögerten, um Donald Trump zu schaden. Zugleich wollten die wegen der Schuldenlage besorgten Republikaner trotz Mega-Krise nicht zu tief in die Tasche greifen. Nun gibt es gerade einmal 600 US-Dollar Einmalzahlung pro Person und elf Wochen Extra-Zuschüsse für registrierte Arbeitslose.

Dafür erhalten aber das „Smithsonian Museum“ eine Milliarde Dollar und die „National Art Gallery“ 154 Millionen Dollar für neue Projekte. 700 Millionen Dollar fließen an den Sudan, 250 Millionen Dollar an die Palästinenser und 10 Millionen Dollar an Pakistan für eine Studie zur Rolle der Geschlechter in der Gesellschaft. Und das kann niemand jenen Bürgern erklären, die derzeit auf der Rückbank ihrer Fahrzeuge unter einer Decke frieren müssen.

Redaktion@ovb.net

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