Freiwilligkeit? Schön wär’s

Thüringens neuer Corona-Kurs. KLAUS RIMPEL.

Wir lockern uns – und das ist nach all den Wochen mit Home-Office, Home-Schooling und Home-Depressionen auch gut so. Doch leider ist es wohl allzu menschlich, dass ohne klare Regeln schnell wieder überdreht wird. Urlaub wieder erlaubt? Schon drängeln sich die Massen am Strand, als seien Abstandsregeln ein Relikt aus einer längst überwundenen, dunklen Vergangenheit. Der Restaurantbesuch ist wieder möglich? Schon ist das für manche der Startschuss der Bussi-Bussi-Saison.

Es ist höchste Zeit für die Rückkehr zur Normalität – insbesondere für die Kinder und deren Eltern. Aber funktionieren wird die Öffnung nur, wenn alle mitmachen: Lästige Masken auch in der heißen S-Bahn aufbehalten, sich brav registrieren, nur weil man einen Schluck im Biergarten trinken will. So schön das schwedische und jetzt thüringische Modell der totalen Freiwilligkeit klingt: Es gibt leider allzu viele Zeitgenossen, die mit ihrem Verhalten neue Infektionsketten auslösen. Ohne klare staatliche Regeln wird es nicht funktionieren, wenn nicht alles verspielt werden soll, was wir bis jetzt erreicht haben. Das Virus nervt – aber unser Genervtsein ist dem Virus egal.

Klaus.Rimpel@ovb.net

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