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Debatte die Coronavirus-Impfung: Freiheit statt Zwang

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  • Mike Schier
    vonMike Schier
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Ein wenig absurd ist es ja schon: Während hierzulande quasi jede Impfdose einzeln begrüßt wird, bricht Ministerpräsident Markus Söder eine Impfpflichtdebatte für Pflegekräfte vom Zaun.

Auf der einen Seite verdonnert der Staat Millionen Impfwilliger zu monatelanger Geduld – überlegt aber gleichzeitig, Impfskeptiker gegen ihren Willen zur Spritze zu zwingen. Zuletzt häufen sich leider die Beispiele, in denen Politiker immer ungehemmter durchregieren. Ausflugsverbote, Streichungen von Ferien, Treffen mit nur noch einer Kontaktperson, eine nicht zu Ende gedachte verschärfte Maskenpflicht – die rückläufige Zustimmung kommt nicht ganz zufällig.

Den Bundesgesundheitsminister stürzt Söder mit seinem Vorstoß in einige Erklärungsnöte: Jens Spahn hatte sein Wort gegeben, dass mit ihm keine Impfpflicht kommen werde. In den nächsten Monaten werden ihm die Impfskeptiker Söders Vorstoß nun noch um die Ohren hauen. Denn schon in wenigen Wochen wird man mühsame Überzeugungsarbeit leisten müssen, gerade bei Jüngeren. Laut „Bayerntrend“ wollen sich in Bayern 24 Prozent der 18- bis 64-Jährigen wahrscheinlich nicht impfen lassen. Fast jeder Vierte! Mit Zwangs-Androhungen dürften sie sich kaum überzeugen lassen.

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Vieles deutet darauf hin, dass sich die Debatte in eine andere Richtung bewegt: größere Freiheiten für Geimpfte. Wohlgemerkt: Es geht nicht um Sonderrechte, sondern um Grundrechte. Noch ist das Thema verpönt, doch der griechische Vorstoß für Reisefreiheit liefert einen Vorgeschmack. Wenn der Sommerurlaub plötzlich einfacher wird, dürfte sich für viele die Impffrage rasch klären.

Mike.Schier@ovb.net

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