„Flügel“ soll aufgelöst werden Die AfD vor der Spaltung

„Flügel“ soll aufgelöst werden. Die AfD vor der Spaltung .

GEORG ANASTASIADIS

Der Chef der Thüringer AfD Björn Höcke sähe seine innerparteilichen Kritiker gerne aus der Partei „ausgeschwitzt“. Das passt zu den faschistoiden Fantasien des Anführers des rechtsextremistischen „Flügels“. Nun wird die Partei in den nächsten Wochen zu klären haben, ob derlei sprachliche Anleihen aus Nazi-Deutschland auch zur gesamten AfD passen – oder ob mit Höckes neuester Entgleisung die letzte rote Linie überschritten ist, die die Führung der Partei nach rechts gezogen hat.

Die große Frage ist nur, ob der überfällige Versuch von Parteichef Jörg Meuthen und etlicher Landesverbände, gegen Höcke und den brandenburgischen AfD-Chef Andreas Kalbitz durchzugreifen, nicht schon zu spät kommt. Zu lange hat sich die Bundes-AfD von den Wahlerfolgen der östlichen Landesverbände blenden lassen – und hingenommen, dass diese sich im Überschwang immer ungenierter als die Erben der NPD demaskierten. Wen überrascht eigentlich noch die „Enthüllung“, dass Kalbitz jahrzehntelang im Neonazi-Milieu verkehrte?

Selbst als immer klarer wurde, dass das Duo Höcke/Kalbitz den „Flügel“ zur Partei in der Partei formte, schwieg das AfD-Establishment um Meuthen und Gauland. Jetzt ist die Infektion schon zu weit fortgeschritten, um mit Quarantänemaßnahmen noch zum Erfolg zu kommen. Die AfD steht vor der Spaltung in eine Ost-AfD, vulgo „Flügel“, deren „extremistische Bestrebungen“ gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Verfassungsschutz als „erwiesen“ ansieht. Und eine West-AfD als Rest-„Alternative“. Wirklich gebraucht werden beide nicht.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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