Der „Flügel“ am Ende? Höcke hat sein Ziel längst erreicht

Der „Flügel“ am Ende? Höcke hat sein Ziel längst erreicht .

MARCUS MÄCKLER

Löst er sich auf oder nicht? Um die Zukunft des rechtsextremen „Flügels“ in der AfD herrscht Verwirrung. Doch selbst wenn das Netzwerk bald Geschichte wäre, was hieße das schon? Abgesehen davon, dass Frontmann Björn Höcke seinen Mitstreitern keine Verdienstorden mehr ans preußisch gebügelte Revers heften könnte: nichts.

Rechtsextreme verschwinden nicht einfach, wenn man sie nach außen hin unkenntlich macht. Ihr menschenfeindliches Gedankengut bleibt und hat, wenn es nach der Parteiführung geht, auch weiterhin viel Platz in der AfD. Das darf nicht wundern, der „Flügel“ hat in der Vergangenheit ganze Arbeit geleistet. Er ist vom Osten aus zum Motor, ja zur Seele (Alexander Gauland) der so genannten Alternative geworden. Dass Höcke am Wochenende in einem Interview süffisant erklärt, die „Historisierung“ des „Flügels“ sei ohnehin schon im Gange, heißt im Klartext: Das Netzwerk hat sein Ziel, die AfD zur anschlusslosen Anti-System-Partei zu machen, längst erreicht – es hat sich selbst überflüssig gemacht.

Wäre es der Partei um glaubhafte Selbstreinigung gegangen, hätte sie sich von den Rechtsextremen in ihren Reihen lossagen müssen. So aber erwachsen ihr neue Probleme. Mangels klarer Trennlinien ist nicht ausgeschlossen, dass der Verfassungsschutz bald die gesamte AfD beobachtet. Für sie brechen unangenehme Zeiten an.

Marcus.Maeckler@ovb.net

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