Feuerwehren in Personalnot Pflichtdienst ist die schlechteste Lösung

Feuerwehren in Personalnot. Pflichtdienst ist die schlechteste Lösung .

HANS MORITZ

In Schleswig-Holstein muss jetzt bereits die vierte Gemeinde Bürger für den Feuerwehrdienst zwangsverpflichten, weil es zu wenig Ehrenamtliche gibt. So schlimm ist es in Bayern zwar noch nicht, aber auch hier nehmen die Probleme der Feuerwehren dramatisch zu. Vor allem tagsüber stehen oft zu wenig Ehrenamtliche zur Verfügung. Im Ernstfall müssen benachbarte Einheiten nachalarmiert werden – nicht nur auf dem Land, sondern längst auch in den Städten.

Eine Dienstverpflichtung ist die schlechteste Lösung. Feuerwehr auf dem Land ist ein Ehrenamt – eine Berufung, kein Beruf. Wenn es um Leib und Leben geht, muss man auf Kräfte vertrauen können, die aus Leidenschaft und nicht per Zwang in die Uniform steigen.

Die Kommunen kommen nicht umhin, mehr Retter fest anzustellen. Sie können kleinere Einsätze tagsüber abdecken, etwa das Beseitigen von Ölspuren oder Sturmschäden. Echte Berufsfeuerwehren sind in der Fläche aber schon aus finanziellen Gründen nicht darstellbar. Sie wären zudem Gift für das Gemeinwesen. Das ist die Basis für gut aufgestellte Feuerwehren. In den Vereinen werden junge Leute auf den Dienst am Nächsten am besten vorbereitet. Hier wachsen sie in die Gemeinschaft hinein. Gute Ausrüstung ist das eine. Nicht minder wichtig ist (eine höhere) gesellschaftliche Akzeptanz. Dabei ist jeder Bürger beziehungsweise Arbeitgeber gefordert.

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