Ferkelkastration Fünf Jahre und keine Lösung DOMINIK GÖTTLER

Ferkelkastration. Fünf Jahre und keine Lösung .

DOMINIK GÖTTLER

Wer im Wirtshaus einen Schweinsbraten bestellt, grübelt wenig über Isofluran-Narkosen, Procain-Betäubungen oder Immunokastrationen. Der Gedanke an durchtrennte Samenstränge fördert schließlich nicht gerade den Appetit. Trotzdem muss die Debatte geführt werden, ob und wie Deutschlands Ferkel künftig kastriert werden sollen.

Dass die Ferkel jetzt zwei weitere Jahre ohne Betäubung entmannt werden dürfen, weil sich Branche und Politik nicht auf praktikable Alternativen einigen konnten, ist beschämend. Fünf Jahre war Zeit, um sich für die Zukunft zu rüsten. Doch als sich nach und nach herausstellte, dass jede der Alternativen auch mindestens einen Haken hat, passierte im Bundeslandwirtschaftsministerium: wenig.

Längst hätten zusätzliche Studien angestoßen werden können. Längst hätten Züchter, Mäster, Handel und Tierschützer an einen Tisch gehört, um eine nationale Lösung zu finden, wenn schon keine europäische erreicht werden kann. Stattdessen: Aussitzen. So bleiben die Ungewissheit für die Branche, der Unmut der Tierschützer und vor allem die Schmerzen für die Ferkel. Und in zwei Jahren beginnt die Diskussion wieder von vorne.

Dominik.Goettler@ovb.net

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