Fehlende Pflegekräfte Problem unterm Corona-Brennglas

Fehlende Pflegekräfte. Problem unterm Corona-Brennglas .

SEBASTIAN HORSCH

Das Virus dreht den Blickwinkel. Während jahrelang darüber diskutiert wurde, ob die Republik sich zu viele Krankenhausbetten leistet, ist nun die Sorge groß, dass es in den Kliniken zu wenig Platz für Corona-Patienten geben könnte. Deutschland hat gesehen, was Italien passiert ist, und fürchtet nun, selbst überrannt zu werden.

Das wird hoffentlich nicht geschehen. Die Führungen in Berlin und München stemmen sich mit Macht dagegen und haben endgültig klargemacht, dass sie dabei zu fast allem entschlossen sind. In der Krise werden Kosten zur Nebensache, und das deutsche Gesundheitssystem erscheint trotz seiner Schwächen schlagkräftig. Das alles macht Mut. Gleichzeitig aber zeigt die Epidemie wie unterm Brennglas auf, wo die Probleme liegen, die sich über lange Zeit aufgebaut haben. Am schwersten wiegt dabei der frappierende Personalmangel, der die Kliniken schon seit vielen Jahren quält und jetzt Leben kosten könnte. Denn was helfen noch so viele Betten, wenn niemand mehr da ist, der die Patienten gut versorgen kann?

Dass auch in der Krankenpflege in immer höherer Zahl Fachkräfte fehlen, ist lange bekannt. Experten warnen schon seit vielen Jahren in drastischen Worten vor einem sich anbahnenden Notstand. Doch in die allererste Reihe hat es das unpopuläre Thema trotzdem nie ganz geschafft – weder in der Politik noch bei den Wählern. Irgendwas erschien immer gerade wichtiger. Wenn sich zumindest das nun endlich grundlegend ändert, könnte in dieser Krise vielleicht auch eine kleine Chance liegen.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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