Das ist der falsche Weg

Tierwohlabgabe. CHRISTIAN VORDEMANN.

Wer wäre nicht dafür, das Leben der Nutztiere erträglicher zu gestalten? Nach dem jüngsten Skandal in der Fleischindustrie wird eine Extrasteuer auf Fleisch oder eine „Tierwohlabgabe“, wie von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, gefordert. Das ist nicht marktwirtschaftlich und auch sonst der falsche Weg.

Diese Steuer bevormundet die Verbraucher, sie müsste verteilt werden (von wem und wohin?), und es ist nicht einmal sicher, dass dadurch den Tieren auch wirklich geholfen würde. Konsumenten, die es sich leisten können und zu teurerem Fleisch aus artgerechterer Weidehaltung – ob bio oder nicht, ist dabei völlig egal – greifen, zahlen heute schon fürs Wohl der Tiere. Geringverdienende müssten womöglich über die Steuer mehr für das gleiche Produkt ohne Gegenleistung zahlen.

Besser ist es, die Missstände in der Produktion zu beheben, also: Förderung bäuerlicher Betriebe statt der Agrarindustrie, mehr Platz für die Tiere, Auslauf, Verbot von unnötigen Lebendtiertransporten (also nur bis zum nächsten Metzger oder Schlachthof), mehr Veterinäre zur Überwachung. Es gibt viel für den Tierschutz zu tun. Würde dies alles zum Wohl der Tiere durchgesetzt, stiegen die Fleischpreise selbstverständlich auch deutlich. Geringverdiener könnte man aber mit der Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel am besten entlasten.

Christian.Vordemann@ovb.net

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