Der Fall Niko Kovac Die Lust am Traineruntergang GÜNTER KLEIN

Der Fall Niko Kovac. Die Lust am Traineruntergang .

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Auch wer am Samstag sämtliche Medien mied und sein Smartphone in der Tasche ließ, den hat dieses Ergebnis aus dem Fußball erreicht. Entweder wurde es einem zugerufen („Hast du DAS gehört?“), oder es war so stark, dass es sich telepathisch seinen Weg in die Wahrnehmung bahnte. Der FC Bayern verlor in Frankfurt 1:5. Da setzte auch noch der Ausgerechnet-Effekt ein: ausgerechnet bei der Eintracht, wo Bayern-Trainer Niko Kovac zuvor tätig war, wo er eine lebenslange Mitgliedschaft abschloss. Vor ein paar Tagen sagte er, dieser Verein habe die besten Fans der Liga. Da kam alles zusammen.

Die Öffentlichkeit entwickelt in solchen Fällen eine Lust am Schauspiel des Traineruntergangs. Es ist die Personalentscheidung des Normal- über den Großverdiener, ein-Moment-Präsident-sein des gewöhnlichen Fans. Er schaltet bei jeder Gelegenheit Sky Sport News ein, ob es schon passiert ist. Ungewöhnlich war dann der Verlauf: Den Sonntag über ein „Weiter mit ihm“, am Abend dann die Wende: Keine Chance mehr für ihn.

Ein nicht FC-Bayern-likes Vorgehen – aber letztlich doch konsequent: Warum noch ein Schauspiel in zwei Akten – mit Champions League am Mittwoch und der Bundesliga am kommenden Samstag gegen Dortmund – inszenieren, wenn das Ende des Stücks schon bekannt ist.

Guenter.Klein@ovb.net

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