Fall Khashoggi Trumps Dilemma FRIEDEMANN DIEDERICHS

Fall Khashoggi. Trumps Dilemma .

FRIEDEMANN DIEDERICHS

Donald Trump bevorzugt einfache Denkmuster. Aktuell lässt sich das am Dilemma ablesen, in dem der US-Präsident im Fall des von saudischen Schergen ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi steckt. Schon die Tat selbst schien Trump nicht sonderlich zu bestürzen. Aus verschiedenen Bemerkungen ließ sich ableiten, dass Khashoggi für ihn kaum mehr als einer dieser lästigen Journalisten ist, gegen die er so gerne polemisiert und gegen die man schon mal robust vorgehen kann. Schließlich hält er Medienvertreter für „Feinde des Volkes“.

Immer wieder stellt sich Trump auf die Seite des saudischen Königshauses – und das hat Gründe: Da wären die Sympathien seiner Familie für das Regime und die unerschütterliche Ansicht, unbedingt zu Riad stehen zu müssen. Deshalb überrascht es überhaupt nicht, dass der Präsident am Wochenende auf Distanz zu den Indizien des eigenen Geheimdienstes ging, als der durchblicken ließ, er halte den saudischen Thronfolger Mohammed bin Salman für den Auftraggeber des Mordes. Gleichzeitig bezeichnete Trump Riad als „spektakulären Alliierten“. Der Präsident will schlicht keine schmerzhaften Konsequenzen für bin Salman. Deshalb dürfte das Weiße Haus den CIA-Bericht zu verwässern versuchen.

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