Meinung

Christmetten vorverlegt: Es zählt die Sorge um die Menschen

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Der Besuch der Christmette in der Heiligen Nacht gehört für viele Menschen zum feststehenden Ritual. Dann drängeln sich sogar jene, die manchmal verächtlich Weihnachtschristen genannt werden, in die Kirchen. Es ist ja auch Emotion pur, wenn am Ende die Lichter erlöschen und „Stille Nacht“ geschmettert wird. Nicht in diesem Jahr.

Spätestens um 21 Uhr müssen alle zuhause sein. Auch Gottesdienstbesucher. Für diejenigen, denen die religiöse Feier am späten Abend Balsam für die Seele ist, eine äußerst schmerzhafte Entscheidung. Auch ein Schlag für viele Ehrenamtliche, die mit einem ausgeklügelten Sicherheitskonzept und kreativen Ideen versucht haben, die späten Christmetten zu retten.

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Die evangelische Kirche hat sich dem Beschluss der Staatsregierung gebeugt und alle späten Feiern abgesagt. Schweren Herzens, aber aus Einsicht in die Unberechenbarkeit des Virus. Die sieben katholischen Bischöfe zeigten sich bis zum Schluss kämpferisch und wollten eine Ausnahmeregelung erreichen. Sie befürchten sogar, dass das Infektionsrisiko steigt, wenn der Zeitrahmen für Gottesdienste schrumpft. Zudem sind sie von ihren Sicherheitskonzepten überzeugt.

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Sie wollen sich wohl auch nicht wieder dem Vorwurf aussetzen, sie hätten die Gläubigen im Stich gelassen,wie es nach Ostern hieß. Corona verlangt Verzicht. Auch von den Kirchen, die eher Vorbild sein sollten. Die Zeit für Ausnahmen ist vorbei. Wäre Jesus der Ritus wichtiger gewesen als Menschen?

Claudia.Moellers@ovb.net

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