Meinung

Deutschland vor dem harten Lockdown: Es ist Zeit für Solidarität

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  • Mike Schier
    vonMike Schier
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Passend zum Corona-Gipfel lieferte das Robert-Koch-Institut das eindringliche Zahlenmaterial: Bereits am Sonntag wurde mit 2868 Verstorbenen ein neuer Wochenrekord vermeldet – der Tageswert von 321 Toten lag 26 Prozent über dem der Vorwoche.

Die Zahl steigt ebenso sprunghaft wie die der Neuinfektionen, deren Kurve klar den Ansatz einer dritten Welle abzeichnet – obwohl die zweite noch nicht abgeebbt ist. Kein Wunder, dass sich die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin in Rekordzeit auf die härtesten Maßnahmen seit Frühjahr einigten.

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Die klare Botschaft und die Einigkeit könnte helfen, dass wieder jene Disziplin einkehrt, die Deutschland im Frühjahr zum europäischen Vorzeigeland machte. Zuletzt war der Unmut über die Maßnahmen immer lauter geworden – was nicht zuletzt daran lag, dass alle drei Tage neue Beschlüsse kamen. Warum Schulen gut, aber Gastronomie böse ist, wollte sich vielen nicht erschließen.

Klare Aussage: Bleibt daheim! Alle!

Erst recht nicht, warum Masken angeblich im ÖPNV den Abstand ersetzen, Theater aber mit Masken und Abstand schließen mussten. Irgendwann zimmerte sich jeder Bürger die Regeln so zurecht, wie er sie gerne haben wollte. Jetzt ist die Ansage klar: Bleibt daheim! Am besten alle!

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Damit kommt wieder die Zeit, wo jeder in seinem Umfeld Solidarität üben sollte. Mit Nachbarn oder (älteren) Verwandten, die zu vereinsamen drohen. Mit Kindern und jungen Menschen, denen die Unbeschwertheit genommen wird. Mit dem örtlichen Handel, dem nach einem schweren Jahr nun auch das Weihnachtsgeschäft wegbricht. Jeder kann – gerade im Advent – dazu beitragen, dass das Virus, aber auch die Nebenwirkungen der Bekämpfung, keine noch größeren Schäden hinterlassen.

MIke.Schier@ovb.net

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