Es geht um mehr als süße Eisbär-Babys

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WWF-Report zum Tiersterben. KLAUS RIMPEL.

Wieder mal so eine Studie über das Tier- und Artensterben – und wieder einmal gehen wir achselzuckend darüber hinweg. Wissen wir ja schließlich längst, dass der Eisbär oder der Flachlandgorilla vom Aussterben bedroht sind... Dabei müsste der dramatische Bericht des WWF, wonach seit 1970 fast zwei Drittel des Tierbestands von unserer Erde verschwunden ist, ein Weckruf sein. Denn es geht hier um weit mehr als nur um einzelne von uns als mehr oder weniger süß empfundene Säugetiere – es geht auch um unser eigenes Überleben.

Nach Einschätzung von Wissenschaftlern ist das Artensterben eine noch größere Bedrohung für die Zukunft der Tierart Homo sapiens auf diesem Planeten als die Klima-Krise (die mit dem Artensterben in engem Zusammenhang steht). Denn unsere Luft zum Atmen, unser Essen und Trinken entsteht aus dem Zusammenwirken von Millionen verschiedener Lebewesen – wir können uns mit noch so viel Technik nicht über diese Zusammenhänge erheben. Die gute Nachricht ist, dass sich Tierbestände erstaunlich schnell erholen, wenn ihnen nur genug Lebensraum gelassen wird. Elementar ist dabei, die Zerstörung der Natur dort zu stoppen, wo sie eigentlich noch intakt ist. Der Regenwald gehört nicht Brasiliens Präsident Bolsonaro oder Großgrundbesitzern. Handelsbeziehungen und Entwicklungshilfe müssen an den Erhalt der Naturräume gekoppelt werden.

Klaus.Rimpel@ovb.net

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