Erste Erfolge in China und Korea Warum wir Corona am Ende besiegen

Erste Erfolge in China und Korea. Warum wir Corona am Ende besiegen .

GEORG ANASTASIADIS

Zu den bösartigsten Eigenschaften des Coronavirus gehört, dass es den Menschen die Lebensfreude raubt: keine Konzertbesuche, kein Kino, kein Fußball. In der S-Bahn fährt die Furcht mit, selbst das Familienfest mit Oma und Opa ist plötzlich ein unkalkulierbares Risiko. Wie ein Eispanzer hat sich die Sorge um unser Land gelegt, und es wird erst noch schlimmer werden, ehe es wieder besser wird.

In Italiens Intensivstationen spielt sich derzeit ein unbeschreibliches Drama ab, das nun – reichlich spät – endlich auch unsere Politiker wachgerüttelt hat. Ärzte müssen entscheiden, wer eines der knappen Beatmungsbetten erhält, wer überlebt und wer stirbt. Doch Corona kann mehr als nur töten: Es hat der Wirtschaft zugleich einen Angebots- und einen Nachfrageschock versetzt. Lieferketten sind unterbrochen, Konsum und Investitionen werden von Bürgern und Betrieben massiv zurückgefahren. Das macht die Therapie so anspruchsvoll. Deshalb werden Kurzarbeitergeld und Notkredite ebenso wie Nachfragepakete und Zinssenkungen nicht reichen. Wichtig ist, dass die Kursstürze an den Börsen aufhören, weil sie die Panik massiv verstärken: Wer sich plötzlich arm fühlt, fängt erst recht zwanghaft zu sparen an und verstärkt so die Abwärtsspirale. Die Prognose ist nicht gewagt, dass die EZB, so wie zuvor Chinas Notenbank, schon bald den Aktienmarkt stützt, indem sie ihr Anleihekaufprogramm auf Aktien ausweitet.

Was Menschen und Märkte nun brauchen, ist ein Optimismus, der sich nicht aus Beschwichtigung speist, sondern aus Vertrauen in die Tatkraft des Staates. Dass Länder mit beherzten Schutzmaßnahmen das Virus eindämmen können, zeigen die jüngst gemeldeten, spektakulären Erfolge Chinas und Südkoreas. In tausenden Biolaboren wird zudem weltweit fieberhaft an Impfstoffen und Arzneien geforscht. Gegen Entschlossenheit und Erfindergeist der Menschen wird Corona am Ende keine Chance haben.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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