Erneute Olympia-Bewerbung? Es geht ums Wollen, nicht ums Können

Erneute Olympia-Bewerbung? Es geht ums Wollen, nicht ums Können .

GÜNTER KLEIN

Weil Horst Seehofer nicht nur Innen-, sondern auch Sportminister ist und Politiker ja immer auch ein bisschen Liebe erfahren wollen, hat es nicht überrascht, dass er bei der Jahresversammlung des Deutschen Olympischen Sport-Bundes (DOSB) den Delegierten erzählte, was sie hören wollen: Deutschland möge sich – trotz etlicher missglückter Versuche – doch bald wieder um Olympische Spiele bewerben. Denn, kurz zusammengefasst: Wir können das.

Richtig, Deutschland würde großartige Spiele veranstalten, die Menschen würden sich letztlich wohl mitreißen lassen. Doch die Hürde, die davor steht, ist zu hoch: Die Deutschen zu überzeugen, dass sie Olympia wollen sollen. Zu stark sind die teils auch berechtigten Vorbehalte: Gigantismus, der keine Nachhaltigkeit schafft, sondern Verschuldung – und dazu kommt nun auch die Klimafrage. Der Bürgerwille war zuletzt (München, Hamburg) gegen den Kommerz im Zeichen der Ringe.

Die wichtigere Nachricht, die Seehofer zum DOSB mitbrachte, war die vom Goldenen Plan für den Sport: Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe, vor allem in Sportstätten. Um erst einmal den Sanierungsstau aufzulösen. Erst wenn die Breite befriedet ist, kann man an die Spitze denken. Und vielleicht ans Spektakel Olympia.

Guenter.Klein@ovb.net

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