Meinung

Das Kabinett im Bund: Erneuerung wagen – ob mit Friedrich Merz oder ohne

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  • Christian Deutschländer
    vonChristian Deutschländer
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. CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER.

Die Initiativbewerbung von Friedrich Merz ums Wirtschaftsministerium zeugt von viel Selbstvertrauen und wenig Gespür. Aus seinem Scheitern im Parteiamt leitet er im selben Atemzug den Anspruch auf ein Staatsamt ab: Das ist ziemlich weit weg vom konservativen Glaubensbekenntnis „Erst das Land, dann die Partei“.

Schade eigentlich, denn faszinierend war der Gedanke an einen Wirtschaftsminister Merz schon. Das Amt, von Peter Altmaier besetzt, nicht ausgefüllt, verträgt einen profilierten, kantigen Minister. Das Vertrauen der Wirtschaft in die Regierung bröckelt, zuletzt wegen der mies gemanagten Corona-Hilfen. Merz könnte diesen Erosionsprozess bremsen und der Regierung mehr Profil geben; ein Kabinett der klingenden Namen Karliczek, Maas, Müller oder Scheuer könnte das wahrlich vertragen.

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Ob mit Merz oder ohne – zumindest die neuen Unions-Parteichefs Söder und Laschet sollten nachdenken, frische Köpfe in die Regierung zu entsenden. Das blieb verständlicherweise liegen in der Corona-Akutphase. Nun darf sich Angela Merkel in der zweiten Hälfte 2021 monatelang und selbstbestimmt verabschieden. Zu Recht. Um sie herum braucht es aber mehr Morgen und weniger Gestern, wenn die Union diese Wahl gewinnen mag.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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