Ergebnisse des Autogipfels Zurück am Ausgangspunkt

Ergebnisse des Autogipfels. Zurück am Ausgangspunkt .

MARTIN PREM

Vielleicht ist die Bezeichnung „Gipfel“ unfreiwillig treffend: Man steigt auf, steigt ab und ist am Ende dort, wo man anfangs schon war. Wenn das der Maßstab ist, hat der jüngste Autogipfel die Erwartungen erfüllt. Dass die Subventionen für Elektroautos steigen, war vorher klar, und dass Lademöglichkeiten fehlen, auch. Zurück auf Los.

Es gibt längst gute Elektroautos, und Zahlenspiele um Ladesäulen lenken eher vom Kernproblem ab: Wie man die elektrische Energie zur richtigen Zeit und in der richtigen Menge zu einem marktfähigen Preis dort verfügbar hat, wo man sie braucht. Das nennt sich dann Infrastruktur und das ist seit Jahrzehnten ein Bereich, in dem die Reden und das Handeln der deutschen Politik in einem bemerkenswerten Widerspruch zueinander stehen.

Frankreich zum Beispiel hat es in dieser Frage eher leicht: Atomkraftwerke liefern nachts überschüssigen Strom. Und wenn alle ihr Elektroauto über Nacht daheim laden, passt das gut in die Versorgungslandschaft. Deutschland steht mit der Energiewende vor ganz anderen Herausforderungen, die durch die Einbindung von Millionen Elektrofahrzeugen noch ein erhebliches Stück komplexer werden. Das heißt nicht, dass eine Lösung unmöglich wäre. Aber dazu bräuchte es eine Bündelung aller Kräfte, die der Energiewirtschaft, der Verkehrsträger und der Industrie. Das wäre ein Marathon für hochkarätige Experten. Die Wandertour einer Laientruppe von Gipfel zu Gipfel und dann wieder zurück wird uns in einer der wichtigsten Zukunftsfragen keinen Schritt voranbringen.

Martin.Prem@ovb.net

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