Erdogan öffnet Grenzen EU darf sich nicht erpressen lassen

Erdogan öffnet Grenzen. EU darf sich nicht erpressen lassen .

ALEXANDER WEBER

Es war nur eine Frage der Zeit, wann Recep Erdogan den Flüchtlingsdeal mit der EU als das nutzen würde, was er in den Augen des türkischen Präsidenten von Anfang an war: ein mögliches Druckmittel gegen Europa. Diese Situation ist nun da. Der Despot vom Bosporus hat sich im syrischen Kriegsgebiet in ein gefährliches Abenteuer gestürzt. Jetzt, da ihm ein offener Krieg gegen syrische Truppen und damit eine Konfrontation mit Russland droht, greift er nach jedem Strohhalm, der sich ihm bietet. Erst versucht er die Nato zu sich ins Boot zu ziehen. Die von Erdogan zuletzt so düpierte Allianz zeigt ihm jedoch erwartungsgemäß mit warmen Worten die kalte Schulter. Diese Reaktion hat sich der Staatschef redlich verdient.

Jetzt packt der Pascha gegenüber Europa die Brechstange aus. Das Öffnen der türkischen Grenzen zu Europa ist zynische Politik auf dem Rücken von Hunderttausenden vom Schicksal Gebeutelten. Dieser Erpressung darf die EU unter gar keinen Umständen nachgeben. Zunächst brauchen die Türkei-Anrainer Griechenland und Bulgarien jede europäische Unterstützung, um einen neuen, illegalen Flüchtlingsstrom in die EU zu verhindern. „Besorgte“ Politiker-Reaktionen reichen nicht.

Ist die Hoheit über die EU-Außengrenze gesichert, muss eine humane Lösung für die Flüchtlinge aus Syrien gefunden werden. An Geld darf dies nicht scheitern.

Alexander.Weber@ovb.net

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