Entwicklung der Pflegebeiträge Der ganze Markt braucht eine Reform

Entwicklung der Pflegebeiträge. Der ganze Markt braucht eine Reform .

SEBASTIAN HORSCH

Die Ausgaben für die Pflege werden in den kommenden Jahrzehnten enorm steigen, zeigt eine neue Prognose. Die Frage wird sein, wer dafür aufkommen muss.

Die demografische Entwicklung ist eindeutig. Im Jahr 2050 gehen die Forscher von 5,3 Millionen Empfängern von Pflegeleistungen aus, 1,8 Millionen mehr als heute. Die Ausgaben der Pflegeversicherung würden damit in den kommenden 30 Jahren von heute knapp 40 Milliarden auf rund 180 Milliarden Euro steigen. Denn die Deutschen werden immer älter und brauchen somit auch immer länger Pflege. Zudem sollen Pflegekräfte bald besser bezahlt werden. All das kostet viel Geld. Doch die Pflegeversicherung kommt derzeit nur für einen festen Anteil auf, der Rest fällt für Betroffene und Angehörige an – bei einer Heimunterbringung im Schnitt 1800 Euro, oft auch mehr. Von immer mehr Seiten wird deshalb gefordert, die Leistungen der Pflegeversicherung auszubauen.

Dass in Zukunft mehr Beitrags- und Steuermittel in die Pflege fließen, scheint also sicher. Angesichts dieser Gewissheit muss man aber auch fragen, ob es dazu passt, wenn internationale Investoren mit Heimen in Deutschland teils enorm hohe Renditen erzielen wollen. Auch der Pflegemarkt braucht dringend eine Reform.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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