Entspannung am Mietmarkt Bauen, bauen, bauen MIKE SCHIER

Entspannung am Mietmarkt. Bauen, bauen, bauen .

MIKE SCHIER

In den Ohren all jener, die im ständig wachsenden „Großraum“ München eine Wohnung oder ein Haus suchen, muss die Nachricht wie bittere Ironie klingen: Bei Neuverträgen stagnieren die Mieten. Das mag statistisch stimmen. Die eigentliche Nachricht, die dahinter steht, ist aber weniger schön: In vielen Gegenden können sich Normalverdiener die Mieten längst nicht mehr leisten. Und Familien, die im Stadtgebiet eine Vier-Zimmer-Wohnung bräuchten, scheitern schon am fehlenden Angebot. Insofern kann von Entspannung keine Rede sein.

Auch wenn die mit der EZB-Zinspolitik einsetzende Flucht der Anleger in Immobilien und der Zustrom in die Städte so nicht vorherzusehen war: Der aktuelle Wohnungsmangel ist schlicht die Folge davon, dass die Stadt die selbst gesteckten Wohnbauziele viele Jahre lang verfehlte. Deshalb wird auch die Behebung Zeit brauchen. Immerhin stimmt inzwischen die Richtung: kürzere Genehmigungsverfahren, Ausweisung von Bauland, Nachverdichtung, höhere Bauten, sozialer Wohnungsbau.

Gut gemeinte staatliche Eingriffe wie Mietpreisbremsen oder Mietenstopp sind dagegen mit Vorsicht zu genießen. Erstens ist nicht jeder Vermieter ein Miethai. Und zweitens verschreckt ein Staat, der zu sehr eingreift, irgendwann die Investoren. Das gilt es zu vermeiden, denn langfristig heißt die Lösung nur: bauen, bauen, bauen.

Mike.Schier@ovb.net

Kommentare