Meinung

Unsere Gesellschaft braucht nicht nur während der Corona-Pandemie mehr Empathie für die Einsamen

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  • Katrin Woitsch
    vonKatrin Woitsch
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Armin Laschets Entschuldigung an die Menschen, die während der Corona-Pandemie einsam waren, ist ein wichtiges Zeichen.

Viele Menschen haben dieses Jahr sehr einsam verbracht. Und einige mussten sogar einsam sterben. Weil die Angst davor, dass das Virus in Heime oder Krankenhäuser gelangen könnte, größer war als die Empathie für Familien, die nicht Abschied nehmen konnten. Dafür hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet nun um Verzeihung gebeten. Diese Entschuldigung ändert nichts mehr an dem Schmerz. Aber sie ist ein wichtiges Zeichen.

Das Coronavirus wird uns trotz Impfstoff noch lange begleiten. Es darf nicht mehr passieren, dass sich Menschen nicht voneinander verabschieden dürfen. Oder dass Senioren in den Heimen vereinsamen. Diese Menschen dürfen nicht vergessen werden.

Es ist sicher nicht einfach, diejenigen zu erreichen, die das Virus noch immer für ungefährlich halten – und gleichzeitig die Menschen, die große Angst um sich oder ihre Lieben haben. Doch zwischen allen berechtigten Mahnungen und Appellen muss die Politik auch Hoffnung machen. Immer mehr kranke, alte oder alleinstehende Menschen haben in diesem Jahr ihre Lebensfreude verloren. Das kann genauso gefährlich werden wie ein Virus. Diese Menschen brauchen Empathie gerade mehr denn je. Nicht nur von der Politik. Jeder Brief, jeder Anruf, jedes liebe Wort ist jetzt sehr wertvoll. Denn auch wer allein ist, muss nicht einsam sein.

Schreiben Sie der Autorin: Katrin.Woitsch@ovb.net

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