Entschädigung für Missbrauch Kirchensteuer ist tabu

Entschädigung für Missbrauch. Kirchensteuer ist tabu .

CLAUDIA MOELLERS

Der Vorschlag aus der Bischofskonferenz, für die Entschädigung von Missbrauchsopfern auch die Kirchensteuer heranzuziehen, stößt auf Widerstand. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat völlig zurecht diesen unglaublichen Gedankenspielen eine Absage erteilt.

Ausgerechnet der Trierer Bischof Stephan Ackermann, der als Missbrauchsbeauftragter der Bischofskonferenz eine besondere Sensibilität haben sollte, glaubt, die Kirchenmitglieder als Solidargemeinschaft seien dazu verpflichtet. Womöglich würden sogar Missbrauchsopfer, wenn sie nicht aus der Kirche ausgetreten sind, an der Zahlung ihrer eigenen Entschädigung beteiligt? Das ist absurd. Die Vertuscher, also Bistums- Verantwortliche, die Verbrechen unter den Tisch gekehrt haben, müssen zur Verantwortung gezogen werden. Auch finanziell. Das auf die Steuerzahler abzuschieben, ist unanständig.

Inzwischen räumen die ersten Bischöfe ihre Schuld ein: der frühere Bischof von Limburg, Franz Kamphaus, der emeritierte Hamburger Erzbischof Werner Thissen, der Bischof von Münster, Felix Genn, und der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki bekennen, dass sie bei der Behandlung von Missbrauchsfällen schwere Fehler begangen haben, indem sie Täter nur versetzt und nicht angezeigt haben. Sie sind dadurch zu Mittätern geworden. Die finanziellen Folgen haben allein die Kleriker zu tragen.

Claudia.Moellers@ovb.net

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