Kommentar

Abschlussbericht zu Ischgl: Entlastung, keine Entspannung

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CLAUDIA MUSCHIOL

„Relax, if you can“ – „Entspann dich, wenn du kannst“: Mit diesem Slogan wirbt der Tiroler Skiort Ischgl heuer um die neue Gunst der Gäste.

Der 1600-Einwohner-Ort in Tirol gilt wegen der Feiern beim Après-Ski als einer der Hotspots bei der Verbreitung des Coronavirus in Teilen Europas. Die Folge: Kranke, Tote, und ein derart ramponierter Ruf, dass sich das mit dem Entspannen auf Tourismus-Seite erst einmal schwierig gestalten könnte.

Und das, obwohl sich das Skiland Österreich mit der Veröffentlichung des Abschlussberichts zum Corona-Krisenmanagement in Tirol selbst entlastete. Für den oft kolportierten Einfluss der Tourismus- und Seilbahnwirtschaft auf die in Ischgl getroffene Entscheidung, die Party auf Teufel komm raus weiterlaufen zu lassen, will die (österreichische) Kommission keine Beweise gefunden haben. Kritik muss sich stattdessen Kanzler Kurz gefallen lassen: Dessen Verkündung der Quarantäne am 13. März hätte aus Sicht der Experten besser vorbereitet werden müssen. Denn die unkontrollierte Abreise vieler Gäste hat womöglich die Corona-Lage in Tirol noch verschlimmert.

Diesen Winter sind alle ein wenig schlauer. Und auch, wenn in Ischgl gestern so mancher dann doch entlastet wurde: Das Vertrauen der Gäste in dieser angespannten Saison zurückzuerobern, wird eine Mammutaufgabe.

Claudia.Muschiol@ovb.net

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