Meinung

Notfallsanitätergesetz: Endlich raus aus der Grauzone

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  • vonSebastian Horsch
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In Zeiten, in denen man so viel zuhause ist, kann man fast vergessen, was einem da draußen so alles passieren kann. Unfälle, Vergiftungen, Herzinfarkte – das Leben ist gefährlich. Wenn es tatsächlich so dick kommt, ist es oft nicht der Notarzt, der zuerst da ist, sondern der Notfallsanitäter. Doch um andere zu retten, musste der sich bisher oft selbst in Gefahr bringen – zumindest juristisch.

Das ist nun zum Glück vorbei. Nachdem gestern bereits der Gesundheitsausschuss beschlossen hat, dass Notfallsanitäter im Ernstfall auch ohne den Notarzt die lebensrettenden Maßnahmen einleiten dürfen, die sie beherrschen, soll heute der Bundestag endlich Rechtssicherheit schaffen. Denn was selbstverständlich klingt, war lange ungeklärt. Die Retter gerieten regelmäßig in rechtliche Grauzonen, wenn sie alleine waren, und es um Minuten ging. Wo enden die eigenen Kompetenzen, und wo beginnt schon die unterlassene Hilfeleistung? Dazu die innere Verpflichtung, einem Menschen in Not so gut wie möglich zu helfen. Ein extrem schmaler Grat.

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Gut, dass das nun auch die Politik erkannt hat. Fast genau so wichtig ist aber, dass die Notfallsanitäter sich auch nicht – wie zunächst geplant – zumindest telefonisch mit einem Arzt beraten müssen, bevor sie eingreifen. Denn wer jede Woche 38 Stunden im Einsatz ist und dabei ständig in Extremsituationen geraten kann, muss auch ohne vorherige Rückfrage das tun dürfen, wozu er ausgebildet wurde: Leben retten.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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