Meinung

Der E-Auto-Boom und die Folgen: Auf dem Weg in die Mangelwirtschaft

Martin Prem
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Martin Prem

Den Kauf von Elektroautos finanziell zu fördern, lässt ihre Zahl in Deutschland steigen - doch das Problem ist die Versorgung mit Strom

Es wäre ein Wunder, wenn die bis zu 9.000 Euro Staatsgeld für den Kauf eines Elektroautos keine Wirkung gehabt hätten. Denn die Förderung wiegt die Mehrkosten beim Kauf eines solchen Autos weitgehend auf. Nun schlagen die Käufer eben zu. Die Förderung wird nun noch ausgebaut und verlängert. Vielleicht kommen doch die erhofften zehn Millionen Elektroautos bis 2030 unters Volk.

Leider hat die Politik die Folgen, die das für die Stromwirtschaft mit sich brächte, nicht im Blick. Die Versorgung sei gesichert, heißt es immer wieder mit Verweis auf Stromexporte. Die entscheidende Frage bleibt offen: Ist die Energie verfügbar, wann und wo sie gebraucht wird?

Wenn drei Garagenbesitzer einer kleinen Wohnanlage gleichzeitig je eine leistungsstarke Ladestation fürs E-Auto beantragen, werden sie derzeit in der Regel ihr blaues Wunder erleben. Der Wunsch ist kaum erfüllbar. So hängen häufig brandgefährliche Kaskaden von Verlängerungskabeln für Ladezwecke von Balkonen.

Die Netzbetreiber würden am liebsten zentral gesteuert die Stromzufuhr und damit die Ladezeiten dem Angebot anpassen. Ob die Batterie voll ist, wenn man losfährt, wird so zur Glücksache. Wir gestalten gerade eine Zukunft mit Mangelbewirtschaftung.

Schreiben Sie dem Autor: Martin.Prem@ovb.net

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