Es ist eine Überlebensfrage

BMW und die Nachhaltigkeit. MARTIN PREM.

Es war kein radikaler Schwenk, den BMW-Chef Oliver Zipse jetzt verkündete: Der Münchner Autokonzern will Nachhaltigkeit ins Zentrum seiner Aktivitäten rücken. Das ist im Kern nicht neu. Seit Jahren bemüht sich BMW offensiv um die Schonung der Umwelt, aber auch um höhere Standards bei den Arbeits- und Lebensbedingungen von Mitarbeitern in der Lieferkette. Diese eher weichen Faktoren sollen nun lückenlos in die Strategie des bayerischen Autokonzerns integriert werden. Zipse führt damit fort, was seine Vorgänger eingeleitet haben.

Der Hintergrund des Engagements ist letztlich ein eigennütziger: BMW folgt der Einsicht, dass Industrie, die ohne Rücksicht auf soziale und ökologische Folgen isoliert dem materiellen Erfolg huldigt, nicht zukunftsfähig ist. Wer künftig noch Luxusprodukte wie exklusive Autos verkaufen will, sollte sich auch dafür verantwortlich fühlen, dass diese nicht durch eine Welt bewegt werden, die durch Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen und wachsendes Elend einer zunehmenden Weltbevölkerung gezeichnet ist.

Hier haben sich die Bedingungen fundamental verändert: Wirtschaftliches Handeln lässt sich auf einer durch Massenverkehr letztlich klein gewordenen Erde nicht mehr isoliert von den Bedingungen betrachten, unter denen es geschieht. Je eher das die Akteure der Wirtschaft begreifen und daraus die Konsequenzen ziehen, desto wahrscheinlicher werden sie überleben.

Martin.Prem@ovb.net

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