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Laschet gegen Schattenkabinett: Eine Lücke bei den Megathemen

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  • Christian Deutschländer
    vonChristian Deutschländer
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Wer in der Gegenwart visionäre, handwerklich starke Regierungspolitik macht, braucht für den Wahlkampf kein Schattenkabinett. Mit anderen Worten: CDU und CSU sollten besser eines aufstellen.

Auf zu vielen Schlüsselfeldern der 20er-Jahre sind die Merkel-Minister so angeschlagen, dass sie eh nur mit Mühe ihr Amt zu Ende verwalten, aber niemals mehr für Aufbruch stehen können. In anderen zentralen Bereichen – Außenpolitik, Klima – fehlen Köpfe, auch weil hier die SPD die Ressorts führt.

Die Union will die Menschen dafür begeistern, dass Deutschland aus seiner Behäbigkeit raus muss, für Technologie, Forschung, Bildung, Mobilität und Digitalisierung neu brennen soll. Und das mit Altmaier, Karliczek, Scheuer – wirklich? Die haben, ein dünnes Lob, nicht alles falsch gemacht, aber sie sind verheddert in Missmanagement und Vorwürfen von gestern und heute.

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Die Union erreicht einen Kipppunkt: Auch viele konservativer denkende Wähler sind die schweren Umsetzungsmängel der Corona-Politik – nicht den vorsichtigen Kurs – so leid, dass sie ins Grübeln kommen: Ist eine Regierung ohne Union, wenn nicht gleich Extreme drinsitzen, gar so schlimm? CDU und CSU müssen reagieren, indem sie bald nach Klärung der K-Frage ein Team aus allen Ebenen aufstellen: die Besten für Deutschland, nicht die Bravsten, Erfahrensten, Gebücktesten. Für diesen Wahlkampf jenseits von Merkel und mit mehr Themen als nur Corona braucht es eine stärkere, frischere Mannschaft.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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