Jens Spahns Pflege-Reform: Ein teurer, aber sinnvoller Deckel

KLAUS RIMPEL
+
KLAUS RIMPEL
  • Klaus Rimpel
    vonKlaus Rimpel
    schließen

Nicht alles, was der hyperaktive Gesundheitsminister plant, muss man toll finden.

Aber dass Jens Spahn jetzt das Problem der aus dem Ruder laufenden Eigenanteile an den Pflegeheim-Kosten anpacken will, ist gut. Der Staat darf nicht einfach tatenlos dabei zuschauen, wenn immer mehr Bürger durch die horrenden Pflegekosten im Alter zum Sozialfall werden. Die Deckelung der Eigenanteile ist der richtige Ansatz: So wissen wir wenigstens, welche Zusatzkosten im Pflege-Fall maximal auf uns zukommen können. Nach der Vorstellung des CDU-Ministers sollen es insgesamt höchstens 25 200 Euro werden – das ist immer noch sehr viel Geld, aber zumindest kalkulierbar. Schließlich weiß niemand, ob die Zeit im Pflegeheim ein Jahr dauern wird oder zehn.

Wegen der alternden Gesellschaft ist sicher, dass die Zahl der Pflegebedürftigen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiter steigen wird. Der geplante Kosten-Deckel dürfte also stetig teurer werden. Deshalb wird entscheidend sein, wie die Milliardenkosten, die hier für den Staat entstehen, gegenfinanziert werden.

Der Sozialverband VdK plädiert für eine Pflege-Vollversicherung, was auch die Arbeitgeber mit ins Boot holen würde. Spahn will das aber allein über Steuern regeln – nach dem Motto: Angesichts der Corona-Schuldenberge ist das jetzt eh schon egal … Es ist der bequemere, aber nicht unbedingt bessere Weg, auch diese Kosten einfach kommenden Generationen aufzuhalsen.

Klaus.Rimpel@ovb.net

Kommentare