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Katja Wildermuth wird BR-Chefin: Ein Signal auch nach innen

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 RUDOLF OGIERMANN

Nun hat auch der Bayerische Rundfunk erstmals in seiner Geschichte eine Intendantin – Katja Wildermuth, die vom Mitteldeutschen Rundfunk kommt, aber einige Jahre in München gelebt und gearbeitet hat, wurde am Donnerstag vom Rundfunkrat mit großer Mehrheit gewählt.

Dass nun eine Frau an der Spitze einer ARD-Anstalt steht, ist immer noch per se der Rede wert, obwohl Wildermuth nicht die Erste an der Spitze eines Landessenders ist – ein Zeichen dafür, dass Frauen in Führungspositionen immer noch keine Normalität sind, nicht einmal in der so innovativen Medienbranche.

Strukturen aufbrechen

Dass auch das Aufsichtsgremium des als konservativ geltenden BR so deutlich entschieden hat, kann als Signal auch nach innen aufgefasst werden. Als Signal nämlich, mit dem vom amtierenden Intendanten Ulrich Wilhelm eingeleiteten Umbau des Senders in Richtung Trimedialität, die sich auf die Arbeit der Redaktionen und damit auf das Angebot auswirkt, auch andere Strukturen innerhalb des Hauses aufzubrechen.

Doch egal ob Mann oder Frau – vor den Chefs der Öffentlich-Rechtlichen liegen schwere Zeiten. Es gilt, die Bürger zu überzeugen vom Wert unabhängiger, faktenbasierter Information. Und wenn die Erhöhung des Rundfunkbeitrags tatsächlich am Veto Sachsen-Anhalts scheitern sollte, könnte sich auch eine neue Intendantin Katja Wildermuth schnell im (Verteilungs-)Kampf um die knapper werdenden Gelder verschleißen.

Rudolf.Ogiermann@ovb.net

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