Meinung

Regierungsbefragung im Landtag ohne Markus Söder: Ein seltsam blutarmes Ding

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Ein Theaterstück ohne den Hauptdarsteller ist eine spannungsarme Sache. Im Großen und Ganzen gilt das auch für den Landtag. Dass bei der Regierungsbefragung ausgerechnet Markus Söder fehlte, ist jedenfalls mehr als eine Randnotiz.

Der Ministerpräsident findet gewöhnlich auch an atemlosen Tagen noch Zeit, sich schnell in eine Talkshow zu schalten. Gestern war er ganztags in Berlin; aber soll niemand sagen, dass der Landtag nicht auch einen anderen Termin für die Befragung hätte finden können.

So war es natürlich bequemer für den Regierungschef: Er im Off, seine Minister an der Front. Die Befragung am Ende: leider ein seltsam blutarmes Ding. Man kann das nun allein auf Söders Abwesenheit schieben. Nach dem Angebot an die Opposition, die Regierungsbefragung einzuführen, kam sein Fernbleiben ja auch irgendwie einer halben Entwaffnung gleich – immerhin ist er der Fixpunkt der bayerischen Corona-Politik.

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Aber auch die Opposition wirkte seltsam unbeteiligt. Seit Wochen fordert sie mehr Parlamentsbeteiligung ein und lässt dann die Chance, nicht unumstrittene Minister wie Melanie Huml und Michael Piazolo zu grillen, einfach liegen.

Womöglich braucht das Format etwas Zeit, sich zu entwickeln. Die nächste Regierungsbefragung kommt bald. Sie sollte dann bitteschön mit Regierungschef stattfinden.

Marcus.Maeckler@ovb.net

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