Ein kleiner Teil des Schutzkonzepts

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100 Tage Corona-App. CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER.

Die bestellten Hurrameldungen einiger Bundesminister täuschen ein wenig: Die deutsche Corona-App ist bisher kein gigantischer Erfolg. Nur jeder Fünfte nutzt sie, viele Ergebnisse laufen daran vorbei, die Zahl der Warnmeldungen ist recht klein. Trotzdem war der Start besser als von Kritikern ausgemalt. Die Technik klappt, zumindest nach großen Anlaufschwierigkeiten, der Datenschutz-Standard ist sehr hoch. Wenn damit auch nur ein paar tausend Infektionen verhindert wurden, ist es den Aufwand wert, gerade mit Blick auf Herbst und Winter.

Die App dürfte vor allem helfen, Begegnungen im Arbeitsleben sicherer zu machen. Auch das ist wichtig. Sie ist ein Baustein von vielen in einem Schutz-Paket. Nichts davon bietet absolute Sicherheit gegen das Virus, aber vieles verringert Risiken entscheidend. Zu 100 Prozent wirken ja leider auch Alltagsmaske, Desinfektionsgel und 1,50-Meter-Abstand nicht, auch keiner der täglich 300 gefragten und ungefragten Virologen-Ratschläge.

Es ist gut, dass kein Staat, kein Chef, kein Wirt die App-Nutzung vorschreiben, das widerspräche dem deutschen Verständnis von Selbstbestimmung. Vernünftig ist der Gebrauch trotzdem, auch zum eigenen Schutz. Technik, Tests, Masken, Hygiene – alles nicht perfekt, aber die viel bequemere Alternative zu einem Lockdown, den andere Länder gerade wieder erleben und den wir uns dringend ersparen sollten.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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