Meinung

Click and Collect im Handel: Ein Hoffnungsschimmer – nicht für alle

-
+
-

Nun ist es also erlaubt: Click and Collect – Ware im Internet bestellen und am Laden abholen. Für viele Einzelhändler eine vielleicht rettende Nachricht. Aber nicht für alle.

Ja, ein Buch bei Hugendubel ist leicht bestellt und abgeholt. Ikea kann es sich sogar erlauben, zehn bis 50 Euro Abholgebühr vom Kunden zu verlangen. Für die Modebranche (oder Schuhgeschäfte) bleibt es aber schwer.

Waren mit Fotos einstellen, beschriften, Bestand betreuen, Versand (oder Abholung) und Umtausch – ein Onlineshop ist ein Mammutprojekt. Viele Modeläden, gerade inhabergeführte, sind deshalb online schlecht aufgestellt. In Corona-Zeiten spaltet sich die Branche in wenige Gewinner und viele Verlierer. Die großen Online-Spieler wie Zalando bejubeln Umsatzzuwächse, beim Rest verstaubt die Ware. Daran wird auch Click and Collect nichts ändern.

Aktuelle Artikel zur Corona-Pandemie finden Sie auf unserer OVB-Themenseite.

Der Handelsverband Textil erwartet bis Ende Januar bis zu 500 Millionen unverkaufter Modeartikel. Die Folgen sind drastisch: Winterware nicht verkauft, Frühjahr- und Sommerware schon bestellt, die Orderphase für die Herbstware läuft. Sollte der Lockdown bis März dauern, so prophezeien Branchen-Insider, könnten sich viele Händler weigern, die Frühlingsware anzunehmen. Denn die wäre dann das nächste Blei in den Regalen.

Wolfgang.Hauskrecht@ovb.net

Kommentare