Meinung

Profisport während des Corona-Lockdowns: Ein bisschen Normalität

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  • Armin Gibis
    vonArmin Gibis
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Es lässt sich nicht unbedingt behaupten, Profisportler – speziell die Millionäre aus der Fußballbranche – würden heutzutage von der öffentlichen Meinung mit besonderem Wohlwollen behandelt. Gerade im Zusammenhang mit der Diskussion um coronabedingte Einschränkungen stieß jeder Millimeter zusätzlicher Spielraum, der den Kickern gewährt wurde, auf geharnischtes Missfallen.

Und so dürfte die Nachricht, dass der Profisport vom harten Lockdown weitgehend unberührt bleibt, von nicht wenigen als böses Foul wider die Gleichbehandlung empfunden werden. Während der Hobbysportler kaum noch Bewegungsfreiheit hat, geht die Show in der Fußball-Bundesliga (und anderen Elitespielklassen) einfach weiter. Ist das gerecht? Werden da wieder einmal jene bevorzugt, die es am wenigsten nötig hätten?

Klar, dass man auf solche Einwände kommt. Nur: Bei der Entscheidung, dem Berufssport eine Sonderbehandlung zuteilwerden zu lassen, geht es ja nicht vorrangig um die Profis, sondern um das Publikum. Um jene also, die in den trüben, ja dunklen Zeiten des Lockdowns über jede Abwechslung, jede Unterhaltung froh sind. Das sind, wie die TV-Quoten beweisen, im Fall von Sportsendungen Millionen. Und während weite Bereiche unseres Lebens still- zustehen scheinen, bietet der Sport immerhin ein bisschen Normalität. Für viele ist das auch ein kleiner Trost.

Armin.Gibis@ovb.net

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