Kostenlose Corona-Tests: Ein bisschen mehr Freiheit

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 SEBASTIAN HORSCH

Eine Erkenntnis aus der Corona-Epidemie liegt darin, wie man sich mit einer Realität arrangiert, die noch vor einem Jahr undenkbar schien. Täglich steigen die Neuinfektionen, Maßnahmen-Gegner demonstrieren, die Kanzlerin ruft zum Zuhausebleiben auf.

Das alles ist sehr unschön, aber zunehmend stellt sich im Umgang mit dem Wahnsinn auch eine seltsame Routine ein.

Wir werden durchhalten müssen. Denn nach allem, was man weiß, wird auch ein erster Impfstoff das Rad nicht sofort auf die Vor-Corona-Zeit zurückdrehen. Die Masken könnten erst einmal bleiben und zunächst wohl auch die bange Frage, ob man sich angesteckt hat. Dass man in Bayern schon heute zumindest darüber relativ einfach Gewissheit erlangen kann, ist da eine echte Erleichterung. Denn anders als in anderen Ländern ist der Corona-Test im Freistaat auch ohne Symptome kostenlos – und soll es bleiben. Mehr als 700 000 Bayern haben dieses Angebot in den ersten drei Monaten bereits angenommen. 700 000 mal Erleichterung – oder Gewissheit.

Weniger systematisch und deutlich teurer

Es gibt natürlich auch gute Argumente, die gegen die bayerische Regelung sprechen. Wenn sich jeder nach Bauchgefühl testen lassen kann, ist das weniger systematisch und deutlich teurer. Und mit Sicherheit wahr ist, dass medizinisches Personal im Zweifel immer den Vortritt haben muss. Doch solange die Kapazitäten es erlauben, bieten kostenlose Tests für Jedermann uns allen ein kleines bissschen mehr Freiheit. In diesen eingeschränkten Zeiten ist das sein Geld wert.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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