Ehrenamt in der Corona-Zeit Hilfsbereitschaft auch über die Krise hinaus

Ehrenamt in der Corona-Zeit. Hilfsbereitschaft auch über die Krise hinaus.

KATRIN WOITSCH

Je länger die Corona-Krise und die Zeit der Isolation dauern, desto sichtbarer wird, welchen Wert das Ehrenamt in unserer Gesellschaft hat. Und wer viele freiwillige Aufgaben ganz selbstverständlich übernimmt: die Senioren. Es gibt Bereiche im öffentlichen Leben, die nicht mehr funktionieren würden, wenn nicht so viele ältere Menschen tagtäglich Zeit und Kraft investieren würden – bei den Tafeln, in der Flüchtlingshilfe und anderswo. Genau diese Gruppe muss sich vor dem Virus nun besonders gut schützen – und das Ehrenamt deswegen ruhen lassen. Für die jüngeren freiwilligen Helfer ist die Belastung enorm, viele Angebote für Hilfsbedürftige sind nicht mehr möglich. Und dieser Gedanke ist gerade für die schwer zu ertragen, die genau wissen, wie dringend die Hilfe gebraucht wird. Vor allem von anderen Senioren – und jetzt mehr denn je.

Das Coronavirus könnte auch eine positive Folge haben: Es könnte den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Viele Jüngere haben jetzt mehr Zeit als sonst – und einige nutzen sie bereits, um andere zu unterstützen. Dem älteren Nachbarn Einkäufe mitzubringen, ist nicht weniger wert, als einer Hilfsorganisation Unterstützung anzubieten. Manches Engagement könnte die Krise überdauern. Ehrenamtliche Arbeit ist nach der Corona-Zwangspause vielleicht weniger selbstverständlich – und im besten Fall verteilt sie sich auf mehr freiwillige Helfer.

Katrin.Woitsch@ovb.net

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