Drohungen aus Pjöngjang Das Fenster schließt sich

Drohungen aus Pjöngjang. Das Fenster schließt sich .

MARCUS MÄCKLER

Das Spielchen ist bekannt: Wenn Nordkoreas Diktator Kim Jong Un unter Nichtbeachtung leidet, droht er der ganzen Welt – und US-Präsident Donald Trump, im Herzen noch Reality-TV-Star, lädt ihn zum Gipfel ein. In der Silvesternacht läuft nun ein Ultimatum an Washington ab, danach wird Kim womöglich Interkontinentalraketen testen. Aber Trump – das ist neu – lässt die Sache kalt.

Dahinter steckt womöglich mehr als ein temporäres Desinteresse. 2019 konnte in den Atomverhandlungen kein nennenswerter Fortschritt erzielt werden; ein für Februar geplantes Treffen zwischen Trump und Kim platzte; und in dem Maße, in dem sich die USA weigerten, ihre Sanktionen zu lockern, begann Pjöngjang mit neuen Raketentests. Das Fenster der Gelegenheit, das 2018 noch eine nachhaltige Verständigung zwischen Nord- und Südkorea und den USA erahnen ließ, schließt sich gerade.

Das trifft vor allem Südkorea, das auf Annäherung zum Norden hoffte. Aber auch Trump wird sich fragen lassen müssen, warum die direkten Gespräche mit seinem „Freund“ Kim nicht zündeten. Der hat, sofern das Ultimatum ohne Folgen bleibt, einen „neuen Weg“ angekündigt. Man erahnt schon, in welche Richtung es geht.

Marcus.Maeckler@ovb.net

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