Dringender Nachholbedarf

Veraltete Bahnstrecken. DIRK WALTER.

Dass die Bahn modernisiert werden muss, ist mittlerweile ein Allgemeinplatz. Der Nachholbedarf ist riesig, denn über weite Flächen ist Deutschland – und ja, auch Bayern – eben kein Bahnland. Eingleisige Strecken, Diesel-Betrieb, eine äußerst lahme Reaktivierungspolitik von Regionalstrecken. Die Verkehrspolitik entdeckt erst langsam, welches Potenzial die Bahn in den ländlichen Regionen haben könnte. Wenn man sie denn richtig fördert. Erst am Montag hat das bayerische Verkehrsministerium mit einigem Stolz auf 436 Millionen Euro verwiesen, die in den kommenden zehn Jahren gezielt in regionale Schwachpunkte des Bahnnetzes gesteckt werden. Jede einzelne Investition ist gewiss wichtig. Und dennoch: Leider reicht dieses Geld bei Weitem nicht aus.

Angesichts des Beinahe-Unfalls im Landkreis Garmisch-Partenkirchen stellt sich auch die Frage, ob das wenige Geld richtig eingesetzt wird. Den in einem Bericht aufgeführten 53 Bahn-Nebenstrecken in Deutschland, die nicht ausreichend gegen Zusammenstöße von Zügen geschützt sind, muss Priorität gelten. Immerhin: Es ist gut, dass auch auf Bundesebene diese Mängel nun benannt und in Angriff genommen werden. Veraltete Technik hat schon öfters zu Fast-Kollisionen und auch zu wirklich schweren Unfällen geführt. Hier sollte beschleunigt saniert werden.

Dirk.Walter@ovb.net

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