Die Do328 wird wieder gebaut Neustart in Sachsen MARTIN PREM

Die Do328 wird wieder gebaut. Neustart in Sachsen .

MARTIN PREM

Erfahrene Piloten geraten ins Schwärmen, wenn die Rede auf die mittlerweile ein Vierteljahrhundert alte Dornier 328 kommt. Knallharte Kostenrechner aus der Luftfahrtindustrie schlagen dagegen die Hände über dem Kopf zusammen. Es war die erste Flugzeug-Neukonstruktion, nachdem der Autobauer Daimler sich die deutsche Luftfahrtindustrie einverleibt hatte – und entsprechend ehrgeizig. Das Ergebnis war teuer und richtig gut.

Die Nachricht, dass dieses Flugzeug nun wieder gebaut wird – und das in Deutschland –, ist höchst erfreulich. Es muss möglicherweise an einigen Ecken auf einen aktuellen Stand gebracht werden. Wirklich veraltet wirkt die 328 auch 29 Jahre nach ihrem Erstflug nicht. Immerhin: Die Entwicklung findet am Traditionsstandort Oberpfaffenhofen statt. Montiert wird in Leipzig.

Nun also Sachsen statt Bayern. Wirklich mit Ruhm bekleckert hat sich der Freistaat wirtschaftspolitisch nicht, als der einzige deutsche Verkehrsflugzeugbauer sich mit der geplanten größeren Do728 verhoben hatte und in die Pleite rutschte. Zahlreiche Konkurrenten bekamen Einblick in geheimste Planungsunterlagen. Wenn deren Flugzeuge heute an vielen Stellen an das letzte Großprojekt von Dornier erinnern, ist das kein Zufall. Bleibt zu wünschen, dass der Neustart glückt.

Martin.Prem@ovb.net

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