Diskussion um Schutzmasken Der Weg zur neuen Normalität

Diskussion um Schutzmasken. Der Weg zur neuen Normalität .

BERND ERNEMANN

Schutzmasken, das legt der Name nahe, schützen. Die Frage ist, wen. Da gehen die Meinungen der Experten auseinander. Zumindest schaden sie aber wenig – und schützen vor allem den anderen. Das allein ist schon Grund genug, diese zu tragen. Eine Schutzmasken-Pflicht indes brauchen wir nicht. Was wir aber in Zukunft mehr denn je brauchen, ist Rücksicht.

Noch fremdeln wir mit den Schutzmasken. Wir haben in Vor-Corona-Zeiten Asiaten belächelt, die mit einem weißen Vlies im Gesicht durch Europa reisten. Bedeckte ein Einheimischer Mund und Nase, haben wir aus Angst vor Ansteckung einen Bogen um ihn gemacht. Spätestens jetzt braucht die Schutzmaske ein neues Image – und die Gesellschaft eine andere Einstellung zu ihr.

Unser Nachbar hat das schon erkannt. Ab heute werden in den österreichischen Supermärkten Masken an die Kunden ausgegeben. Kanzler Kurz will seine Landsleute damit langsam, aber sehr zielstrebig an eine „neue Normalität“ heranführen. Am Ende sollen die Menschen überall dort, wo es eng ist – beim Einkaufen, in der Bahn, am Arbeitsplatz – wie selbstverständlich zum Mund- und Nasenschutz greifen.

Klar, solange es nicht genügend medizinische Masken auf dem Markt gibt, müssen zunächst die Pfleger, Ärzte und Patienten versorgt werden. Aber auch ein einfacher Schutz aus Stoff kann helfen. Überall im Land schneidern zurzeit Unternehmen, Vereine und Familien in Eigenregie Masken in allen Farben. Jetzt brauchen wir nur noch Mut. Mut zur Rücksicht. Es ist weder peinlich noch ein Zeichen der Angst, mit Mundschutz durch den Supermarkt zu gehen. Probieren Sie’s doch einfach aus.

Bernd.Ernemann@ovb.net

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